Hochschwab: Beginn und Ausklang eines Winters

Eines sei vorweg geschickt: Die Schneeschuhe haben wir bei diesen beiden Touren mehr am Rucksack als an den Füßen getragen. Aber Schnee haben die Wiener Hausberge im vergangenen Winter ja überhaupt nur recht wenig gesehen. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, den ersten und den letzten Wintergrüßen auf den Hochschwab zu folgen. Dabei erlebten wir das langgestreckte Karstplateau in verschiedenen Ecken und vielfältigen Stimmungen.

 

I. Vom Bodenbauer über die Häuselalm auf die Speikböden

M&H, Mitte Dezember 2015

Im Morgenfrost steigen wir vom Bodenbauer den schattigen Waldgraben zu Häuselalm bergan. Zu unserer Linken begleitet uns die apere Südwand des Zinken. Auf der Alm treffen wir dann erstmals auf eine zusammenhängende Schneedecke. Mit Schneeschuhen folgen wir dem Häuseltrog, einem latschenbewachsenen, karstigen Tal in nördlicher Richtung auf die Hochfläche. Im Sonnenschein klettert das Thermometer rasch in frühlingshafte Höhen und wir spazieren kurzärmelig durch den immer weicher werdenden Firn. Als wir aber die Hirschgrube erreichen, nehmen die Winterfreuden ein jähes Ende: Der Hang hinauf auf die Hundsböden ist vom Wind völlig abgeblasen. Über hartgefrorene Rasenflächen wandern wir von hier an weiter bergan, während sich im Westen die Sonne langsam den wild gezackten Gesäusegipfeln nähert. An einer hübschen Wiesenterrasse der Hundsböden errichten wir unser Nachtlager und bereiten im letzten Sonnenlicht unser Abendessen.

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Morgennebel beim Bodenbauer, voraus der Zinken

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Südwand des Zinken beim Aufstieg auf die Häuselalm

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im Häuseltrog

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wirklich viel Schnee liegt hier noch nicht…

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Rückblick aus der Hirschgrube Richtung Ebenstein

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auf den abgeblasenen Hundsböden

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Blick nach Osten Richtung St. Ilgen

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Abendstimmung am Hochschwab, rechts der Große Ebenstein

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Ein hübsches Plätzchen zum Übernachten

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letztes Abendlicht

Was für ein Wetterglück! Die Luft ist glasklar, der gesamte Gebirgszug der Niederen Tauern steht im Süden zum Greifen nah vor uns. Ein Pech bloß, dass M seit der Nacht üble Zahnschmerzen plagen. Auf den nahen Hochschwabgipfel will sie bei diesem Wetter allerdings nicht verzichten, also marschieren wir los. Rasch erkennen wir aber, dass unter diesen Umständen eine Quälerei keinen Sinn hat – der Hochschwab steht ja noch länger. Also kehren wir um und wandern über die Speikböden mit herrlichem Panoramablick zur Häuselalm zurück.

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morgendlicher Blick aus dem Zelteingang

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Aufstieg auf die Speikböden

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am bestens mit Stangen markierten Weg

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Blick von den Speikböden nach Südwest

 

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Blick nach Norden Richtung Dürrenstein und Ötscher

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auf dem Rückweg

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zurück im Häuseltrog

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kurz vor der Häuselalm

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der Abstieg liegt schon im Schatten

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beim Bodenbauer empfängt uns wieder frostiger Nebel

 

II. Von Seewiesen über die Aflenzer Staritzen auf die Ringkarwand und durch die Dullwitz zurück

M&H, Anfang April 2016

Auf der Seewiesen stehen schon die Schlüsselblumen, während das weiß übergossene Dach der Aflenzer Staritzen noch eine letzte ausgedehnte Schneeschuhwanderung verspricht. Steil steigen wir durch den Hochwald den ausgeaperten, im Winter oft lawinengefährdeten Anstieg auf die Seeleiten hinauf. Schneerosen und Seidelbast lassen keinen Zweifel darüber, dass die kalte Jahreszeit nun ihrem Ende zugeht. Der folgende Spaziergang über die Rasenböden der Staritzen ist ein echter Frühjahrsgenuss: Zu allen Seiten grandiose Fernsicht, spektakuläre Tiefblicke hinunter in die Dullwitz und in die Ringe. Ab dem höchsten Punkt unserer Wanderung, der Ringkarwand, kommen dann auch noch die Schneeschuhe zu ihrem letzten Einsatz der Saison: Der weite Kessel des Ochsenbodens ist noch schneegefüllt und wir gleiten über das schon recht sulzige Weiß hinunter in den Sattel unterhalb des Hutkogels hinunter. Der Jägermayersteig durch das ebenfalls noch schneebedeckte Kühreichkar stellt uns vor kleinere Orientierungsprobleme. Nach etwas Latschenkampf erreichen wir jedoch wohlbehalten die Voisthaler Hütte, die noch im schattigen Winterschlaf liegt. Der Rückweg durch die untere Dullwitz führt uns schließlich durch riesige Schneerosenfelder wieder zur Seewiesen zurück.

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Blick von der Seeleiten in die Dullwitz

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Frühlingsspaziergang über die Hochfläche

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Hohe Weichsel

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in der Südflanke der Hohen Weichsel sind frische Skispuren zu sehen

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die Tiefblicke links in die Dullwitz hinunter werden immer spektakulärer

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vor uns taucht der Hauptgipfel des Massivs auf

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Blick von der Ringkarwand nach Norden auf Dürrenstein und Ötscher

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vor der Wand des Ringkamp

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Ringkamp

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Spaziergang an schwindelnder Kante

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endlich Schnee!

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Ochsenreichkar und Hochschwabgipfel

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Abstieg durch die Dullwitz

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Gschirrmauer

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Schneerose (Helleborus niger)

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die letzten Meter zur Seewiesen

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