Schladminger Tauern (Ende August 2015)

Oder: ein Badeurlaub mit Heidelbeeren.

M&H

In den Bergen gewöhnt man sich rasch daran, dass ausgefeilte Pläne einer Unternehmung von den Bedingungen vor Ort über den Haufen geworfen werden können. Dieses Mal war es aber nicht eine Schlechtwetterfront oder eine Verletzung, die uns von unserem Vorhaben abbrachte, an vier Tagen gleich vier der höchsten Gipfel der Schladminger Tauern zu besteigen: Ganz im Gegenteil herrschte die ganze Zeit strahlender Sonnenschein und nach Wochen in der Stadt fühlten wir uns hier draußen stark genug um sprichwörtliche Bäume auszureißen, wenn nicht gar Berge zu versetzen. Bloß: Wir waren einfach viel zu faul dazu, sodass die Gipfel der Tauern noch heute an ihrem Platz stehen.  So wildromantisch und gleichzeitig behaglich war der von uns auserkorene Zeltplatz an einem kleinen Bergsee, dass wir uns davon einen ganzen Tag nicht losreißen konnten. Stattdessen räkelten wir uns in der Sonne und fraßen uns mit Heidelbeeren voll. Die waren an den Hängen in der Umgebung nämlich gerade reif, süß und für den Moment viel verführerischer als die großartige Bergkulisse.

Der widmeten wir uns dann erst am dritten Tag , als unsere Bäuche voll waren und das Kribbeln in den Beinen stärker wurde. Mit der Überschreitung der Hochwildstelle (2747m) hatten wir uns eine Königs-, oder besser:  Erzherzogstour  ausgesucht: Als touristischer Erstbesteiger dieses zweithöchsten Gipfels der Niederen Tauern gilt nämlich Erzherzog Johann, vor genau 201 Jahren. Über die Neualmscharte und den Nordwestgrat (Stellen I-II) erklommen wir im morgendlichen Schatten den Gipfel und stiegen nach einer kurzen Rast über den etwas schwierigeren Südgrat (I-II) ab.

Den vierten und letzten Tag unserer Tour verbrachten wir schließlich an den Sonntagskarseen, deren eiskaltes Wasser uns in der spätsommerlichen Hitze erfrischenden Badespaß gewährte. Zurück nach Wien kamen wir nicht nur bestens erholt und mit vielen Bildern im Gepäck, sondern auch mit ein paar Heidelbeeren, die wir umgehend in eine herrliche Torte verwandelten: Es gib schließlich immer was zu feiern!

Advertisements