Winter mit Schneeschuhen und Skiern: 4 Wochenendtouren

M&H, Dezember 2014 – Februar 2015

I. Auf die Liezener Hütte und den Kleinmölbing (Warscheneck, 19.‒20.12.14)

Spätabends steigen wir im Lampenschein vom Schönmoos zur unbewirtschafteten Hütte auf. Bald wärmt der Holzofen die gute Stube und am Tisch dampft eine kräftige ‚Kaspressknedelsuppn‘ vor sich hin. Am nächsten Morgen nehmen wir dann zeitig unser Gipfelziel (2136m) in Angriff. Viel Schnee ist im Dezember noch nicht gefallen, und so tauschen wir am vereisten Kamm die Schneeschuhe bald gegen Steigeisen. An eine Gipfelrast ist beim stürmischen Wind nicht zu denken, und wir verlassen die ungünstige Höhe trotz der feinen Aussicht auf den Stoderkamm ziemlich fluchtartig. Erst am Nachmittag kommt im Abstieg die Sonne hinter den Wolken hervor und beschert uns eine herrliche Abendstimmung.

in der Liezener Hütte

in der Liezener Hütte

abgeblasener Südkamm

abgeblasener Südkamm

kurz vor dem Gipfel

kurz vor dem Gipfel

am Kleinmölbing

am Kleinmölbing

Blick nach Südost

Blick nach Südost

Stoderkamm

Stoderkamm

Abendstimmung

Abendstimmung

Abendstimmung II

Abendstimmung II

Dämmerung über dem Gesäuse

Dämmerung über dem Gesäuse

letztes Licht über den Niederen Tauern

letztes Licht über den Niederen Tauern

II. Um die Sonnschienalm (Hochschwab, 14.‒15.02.15)

Für die geplante Skandinavientour haben wir uns alte Fjällski, eine Art breiter Langlaufski mit Stahlkanten und Telemarkbindung, zugelegt ‒ eine Probetour ist da freilich ein Muss. Bedauerlicherweise ist Boreas dieses Jahr etwas arbeitsfaul, und die Mittelgebirge haben bislang noch keine Schneeflocke gesehen. Um die neuen Skier auszuprobieren heißt es deswegen ab in die Alpen. Ganz einfach ist die Sache allerdings nicht, denn mit über zwei Metern sind die Bretter für im Telemarkstil Ungeübte wie uns nicht gerade steilhangtauglich: Eine Tour mit sanften An- und Abstiegen muss also her. Unsere Wahl fällt auf den Hochschwab, wo die Gegend um die Sonnschienalm sich bereits letztes Jahr als Vorbereitungstour für das skandinavische Fjäll gut bewährt hat.

Von der Jassing steigen wir spätabends über die ‚Russenstraße‘ zur Sonnschienhütte (1526m) auf, wobei die selbstgebastelten Kurzfelle als Steighilfen ihre Tauglichkeit voll unter Beweis stellen. Trotz der fortgeschrittenen Stunde wärmt uns der Hüttenwirt noch eine Suppe, worauf wir wohlgesättigt und ziemlich müde in die Schlafsäcke fallen. Der nächste Tag ist dann einigermaßen herausfordernd: Aufgrund der nächtlichen Kälte ist die Schneedecke überfroren, weswegen wir nach einigen Wachsexperimenten wieder zu den Fellen greifen. Oft sind kürzere oder längere Auf- und Abstiege so steil, dass wir die Skier überhaupt abschnallen müssen. Bis zur Hüfte im Schnee versunken kämpfen wir uns voran. Erst am Nachmittag erreichen wir bei der Neuwaldalm eine Forststraße, über die wir dann einigermaßen bequem abfahren können. Unten im Tal wissen wir dann: Schwieriger kann’s in Skandinavien auch nicht werden…

bei der Androthalm

bei der Androthalm

Richtung Kulmalm

Richtung Kulmalm

über die Almen macht das Skilaufen Spaß!

über die Almen macht das Skilaufen Spaß!

Gegenlicht

Gegenlicht

III. Ein Grenzgang auf Skiern (Böhmerwald, 21.‒22.02.15)

In der letzten Woche ist endlich etwas Schnee gefallen, sodass wir unsere Fjällski dieses Wochenende in geeigneterer Umgebung ausführen können: Die Steigungsprofile des Böhmerwaldes entsprechen in etwa denen unserer geplanten Route in Skandinavien. Darüber hinaus gibt es auf der tschechischen Seite im Nationalpark Šumava eine Kette offizieller Biwakplätze, an denen im Zelt übernachtet werden darf. Diesmal ist also die gesamte Grundausrüstung dabei: Ski, Pulka, Zelt, Schlafsack und Spirituskocher. Unsere Route führt uns von Haidmühle an der bayerisch-tschechischen Grenze nach Kuschwarda (ht. Stražný) etwa 13km weiter nordwestlich, und am nächsten Tag wieder retour. Beim sonnigen Wetter ist das Langlaufen trotz der mitunter sehr knappen Schneeverhältnisse ein echtes Vergnügen. Die Tagesdistanz entspricht in etwa den für Skandinavien geplanten Etappenlängen und stellt uns vor keine Schwierigkeiten. In der Zeltnacht darf sich M’s Schlafsack erstmals bei etwa -10 Grad bewähren. Nach dem Wochenende fühlen wir uns bestens für die bevorstehende Tour gerüstet.

gut gespurte Loipe

gut gespurte Loipe

über Wiesen

über verschneite Wiesen

Sonnenskilauf

Sonnenskilauf

Abendstimmung bei Kuschwarda

Abendstimmung bei Kuschwarda

immer sportlicher ;-)

immer sportlicher 😉

Moorlandschaft

Moorlandschaft

bergauf - bergab

bergauf – bergab

M bei strahlender Laune ;-)

M bei strahlender Laune 😉

bei Haidmühle, mäandrierender Bachlauf

bei Haidmühle, mäandrierender Bachlauf

am Ziel

am Ziel

IV. Vom Loser zur Wildenseehütte (Totes Gebirge, 28.02‒01.03.15)

Vor unserem Aufbruch nach Skandinavien unternehmen wir mit zwei Freunden eine Wochenendtour auf die immer wieder gern besuchte Wildenseehütte (1521m). Allerdings wollen wir die Hütte diesmal von der Westseite ansteuern: Ausgehend vom Skigebiet auf dem Loser lässt sich hier eine wunderbare Plateauwanderung mit fantastischem Panorama unternehmen. Als angenehmen Nebeneffekt lässt sich die Tour mit dem Loserlift als Aufstiegshilfe um etwa zwei Stunden verkürzen, wodurch sie auch mit Schneeschuhen an einem Tag zu bewältigen ist. Die Fjällski dürfen also diesmal zuhause bleiben.

Die anfänglich dichte Wolkendecke lichtet sich bald, als wir das Skigebiet verlassen haben. Nach dem wir den Bräuningsattel überwunden haben, dürfen wir den Bräuningzinken von seiner schroffen Rückseite bewundern. Über das tiefverschneite Plateau geht es nun, der Wintermarkierung folgend, nordwärts mal bergauf, mal bergab unterhalb der Schwarzmooskogel entlang. Aus einer Senke vor dem Grieskogel beginnt dann ein längerer Aufstieg, auf dem wir in weitem Bogen den Hohen Augustkogel umrunden. In phantastischer Abendlichtstimmung erreichen wir den Sattel (1930m); noch im Abstieg hinunter zur Wildenseealm holt uns dann die Dämmerung ein. Im Lampenschein wird die Orientierung schwieriger, mitunter verlieren wir die mit Stangen markierte Route und geraten in steileres Gelände, doch schließlich erreichen wir den Zauberwald: Kein Lufthauch, das Mondlicht fällt zwischen die locker stehenden Lärchen und ringsum glitzern Schneekristalle. Bald finden wir die Alm und die urige Hütte, wo wir uns sogleich ans Kochen machen: ‚Kasspatzn‘ in einer riesigen gusseisernen Pfanne, Herz, was willst Du mehr…

Für den Rückweg am nächsten Morgen wählen wir die gleiche Route. M und ich machen noch einen kleinen Abstecher auf den Rauchfang (1976m), dessen schönes Panorama aber schon von der heranströmenden Schlechtwetterfront getrübt wird. Tatsächlich setzt bald Schneefall ein, der unterhalb des Bräuningsattels ziemlich feucht wird. Wir freuen uns daher, dass wir punktgenau zur letzten Fahrt um vier Uhr die Seilbahn erreichen und uns so die letzten Höhenmeter des Abstiegs im Regen ersparen.

Bräuningzinken

Bräuningzinken

Schnee&Karst

Schnee&Karst

am Plateau, M&H

am Plateau, M&H

A&D

A&D

Rückblick

Rückblick

eine Karawane im Schnee ;-)

eine Karawane im Schnee 😉

Gegenlicht

Gegenlicht

Abendstimmung über dem Toten Gebirge

Abendstimmung über dem Toten Gebirge

Grieskogel

Grieskogel

morgendliche Wildenseealm

morgendliche Wildenseealm

Aufstieg Richtung Augusteck

Aufstieg Richtung Augusteck

dem schlechten Wetter begegnen wir mit einem Lächeln ;-)

die Wolken sind kein Grund zur Sorge…

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