minora mensis Augusti: zwei Tagestouren im westlichen Toten Gebirge und an der Rax

I. Totes Gebirge (17.08.2014)
Von Schachen am Grundlsee über die Gößler Alm auf die Graswand und den Vorderen Dreibrüderkogel (1897m)

Bei ausgezeichnetem Wanderwetter unternahmen meine Eltern und ich am Sontag eine Familienwanderung oberhalb des Grundlsees. Nach den Regenfällen der letzten Tage war der Aufstieg durch den Wald noch sehr matschig, und auch auf den Almmatten weiter oben wurde es kaum besser. Für den steilen Aufstieg auf die Alm wurden wir mit einem herrlichen Panorama nach Süden belohnt, samt dem obligaten Dachsteinblick. Auf der Graswand oberhalb der Gößler Alm machten wir Mittagsrast und genossen den Ausblick, der sich nach Osten ins Herz des Toten Gebirges eröffnete. Danach entschieden wir, unser ursprüngliches Ziel, den malerisch gelegenen Dreibrüdersee, nicht mehr anzusteuern, sondern uns an den Rückweg zu machen – für meine Eltern war es schließlich die erste größere Bergtour seit längerer Zeit. Während meine Eltern wieder zur Alm abstiegen, machte ich noch einen kurzen Abstecher auf den Vorderen Dreibrüderkogel, der aus südlichen Scharte rasch und unschwierig erreicht war. Der folgende Grat nach Norden über seine Brüder lockt zu einer zukünftigen Tour…

Blick vom Vorderen Dreibrüderkogel nach Westen übers Widerkar

Blick vom Vorderen Dreibrüderkogel nach Westen übers Widerkar

Blick vom Vorderen Dreibrüderkogel auf den Mittleren und den Dreibrüdersee rechts darunter

Blick vom Vorderen Dreibrüderkogel auf den Mittleren und den Dreibrüdersee rechts darunter

Elm und Neustein

Blick nach Osten: Neustein und Elm, dahinter das zentrale Tote Gebirge

Gipfelgrat

Rückblick nach Süden: Gipfelgrat und Grundlsee

 

II. Rax (24.08.2014)
Rund ums Große Höllental: Auf dem Preintalersteig (I) zur Höllentalaussicht und über das Klobentörl und den Rudolfssteig retour

“Rechts und links vom geräumigen Thalboden ziehen steile, bewaldete Lehnen, durchbrochen von weißschimmernden Schuttkegeln, zum Fuss der hohen Wände empor. An 2-300m steigt man da hinauf, dann erheben sich erst die prallen Mauern, so hoch und so steil, als drohten sie sich vornübergeneigt auf die Wiese zu stürzen. So ziehen die himmelragenden Fronten, beständig an Höhe zunehmend, eine Wegstunde in das Berginnere hinein, dann schliessen sie sich mit der hohen Loswand zu einem 1000m tiefen Kessel zusammen. […] Düster und schwermüthig wirkt die stille Grossartigkeit des weltabgeschiedenen Thales. Nur kurz im Sommer erhellt die Sonne den innersten Winkel, dann dringt von den grell beschienenen Mauern und dem schmalen Streifen des Firmaments das einzige Licht zum Waldboden herein. Felstrümmer liegen im Dickicht mit vermoderten Stämmen, die das Hochwasser hierher getragen, und dickes Moos spinnt in üppigen Strähnen an den alten Bäumen hinauf. Ernst und feierlich ist es da unten an sonnigen Tagen, düster, dämonisch wird es, wenn trübe Wolkenschleier den Himmel verhängen. Der Waldschatten wird zur Dämmerung, das Haldunkel zur Nacht; durch die Stille dringt der klagende Ruf des Spechts, sonst kaum ein laut als das Klappern eines fallenden Steines und das Rauschen des Abendwindes in den Wipfeln der Eschen.” – so beschrieb Fritz Benesch, der Pionier der alpinistischen Erschließung der Wiener Hausberge vor mehr als hundert Jahren das Große Höllental (Jahrbuch d. Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1898, S. 212). In der Tat gibt es an der Rax kaum eine Stelle, die einen ähnlich tiefen Eindruck hinterlässt. Dieter und ich unternahmen diesen Sonntag eine nachmittägliche Umrundung dieses großartigen Tales, wobei wir von den alten Steigen zwei der naturbelassensten wählten: Als Aufstieg den den Preintalersteig, der am nördlichen Rand der Loswand emporzieht und mit netten Kraxelstellen (I) und phantastische Ausblicken über den Talgrund und auf den Preintalerturm aufwartet, und als Abstieg den Rudolfssteig am Nordgrat des Kloben, der im oberen Teil zunächst wenig spektakulär im Wald verläuft, auf Höhe des Turmes 1207 aber den Grat erreicht und von da an bis ins Tal immer wieder großartige Tiefblicke in beide Flanken bietet. Um die Mittagszeit sah es noch so aus, als würde es jeden Moment zu regenen beginnen, doch der lebhafte Westwind lockerte bald die Wolkendecke auf und brachte einen sonnigen Nachmittag. Vom Sommer war dennoch kaum noch etwas zu spüren, und auch die Vegetation scheint sich so langsam auf den Herbst einzustellen…

im Preintalersteig, Blick talauswärts

im Preintalersteig, Blick talauswärts

Blick vom Ausstieg in den Talschluss

Blick vom Ausstieg in den Talschluss

Übersicht von der Höllentalaussichtskanzel

Übersicht von der Höllentalaussichtskanzel, links die Klobenwand

Loswand und Schneeberg

Loswand und Schneeberg

Blick aus dem Tal

Blick aus dem Tal

Dieter am Turm 1207

Dieter am Turm 1207

Loswand

Loswand

Blick vom Rudolfsteig nach Nordwest Richtung Schwarzau

Blick vom Rudolfsteig nach Nordwest Richtung Schwarzau

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