Reisevorbereitungen Winterfjäll 2014 – Teil III

Von Dörrwaren und einem neuen Pulkaverdeck.

Nach dem guten Verlauf unseres Ausrüstungstests am vergangenen Wochenende gehen die Reisevorbereitungen für unsere bevorstehende Skandinavientour nun in die letzte Runde. Bereits letzte Woche hatte ich damit begonnen Obst als Aufbesserung für unser Haferfrühstück und Gemüse sowie Rindfleisch als Suppeneinlage zu trocknen. Mangels eines speziellen Dörrgerätes verwandte ich dafür das Backrohr: Ständig alle drei Schienen belegt verwandelten sich so bei Temperaturen zwischen 50 und 65°C und leicht geöffneter Klappe fast 3kg Bananen, etwas über 1kg Karotten, 1kg Äpfel, 1/2 kg Zitronen (für Tee) und 1,2kg mageres Rindfleisch (alles aus BIO-Landwirtschaft) in haltbare (und viel leichtere) Dörrprodukte. Parallel hat auch David mit dem Dörren von Obst und Gemüse begonnen, sodass die Produktion mittlerweile recht beachtliche Ausmaße annimmt… 😉

gedörrte Bananenscheiben

gedörrte Bananenscheiben

Die Bananen schnitten wir in ca. 0,5cm breite Scheiben, legten sie auf Backpapier und ließen sie etwa 7 Stunden bei 60° ihre Feuchtigkeit verlieren. Das Ergebnis sind hauchdünne, knusprige und ziemlich fruchtige Bananenchips…

gedörrte Karottenflocken

gedörrte Karottenflocken

Die Karotten hachelte ich hingegen in feine Blättchen und schichteten sie ebenfalls auf Backpapier; da sie so teilweise aufeinander zu liegen kamen, musste ich sie öfters wenden. Insgesamt brauchten sie bei gleicher Temperatur zum Trocknen etwas länger als die Bananen. Mit den Äpfeln verfuhren wir ebenso.

Rindfleisch - zum Dörren vorbereitet

Rindfleisch – zum Dörren vorbereitet

Für das Dörrfleisch verwendete ich mageres Rindschnitzelfleisch, das ich in feine Streifen schnitt und mit Salz und Pfeffer würzte. Die Streifen legte ich locker auf Backpapier und erhitze sie zunächst bis ca. 100°C (zur Abtötung etwaiger Bakterien), senkte die Temperatur aber nach einer Stunde aber wieder auf 55-60°C. Bis das Fleisch so richtig trocken war, vergingen mehr als 12 Stunden.
Die Kostproben der selbsgemachten Dörrwaren überzeugen – wir freuen uns schon auf diese Ergänzung unseres Speiseplans! 😉

 

Heute trafen sich David, Dieter und ich, um die restlichen Lebensmittel für unseren ausgeklügelten Speiseplan zu besorgen und die in der vergangenen Woche begonnene Restaurierungsarbeit an der zweiten Pulka zu vollenden: Ein neues Verdeck wollte genäht und aufgezogen werden. Zu diesem Zweck hatte ich bei extremtextil einen imprägnierten Baumwollstoff und ein paar Bänder bestellt, die schon wenige Tage später ankamen. Nach dem Muster des Originalverdecks der anderen Pulka machte ich mich mit Unterstützung von David und Dieter (die im Hintergrund auch für eine phantastische Suppe mit selbstgemachten Leberknödeln sorgten!) ans Nähen.

Nähen des neuen Pulkaverdecks: ein Zurrhaken

Nähen des neuen Pulkaverdecks: ein Zurrhaken

Besonders mühsam war es, die Bänder für die Zurriemen an den bereits mehrfach gelegten Stoff zu nähen – hier stieß die Nähmaschine an ihre Leistungsgrenzen. Schließlich war aber auch das erledigt und wir konnten uns an die Montage machen. Anders als befürchtet passte das Werk in seinen Abmessungen exakt auf den nackten Holzrand des Corpus, sodass wir umgehend mit dem Einschlagen der kleinen Nägel beginnen konnten.

David beim Anbringen des Verdecks

David beim Anbringen des Verdecks

ca. 150 kleine Nägel halten den Stoff am Holzrahmen

Dieter beim Einschlagen der Nägelchen

Schlussendlich halten ca. 150 kleine verzinkte Nägel den verstärkten Rand des Verdecks am hölzernen Corpus der Pulka. Zur Probe wird die fertige Pulka gleich einmal mit den voluminösen Daunenschlafsäcken beladen und ordnungsgemäß verzurrt:

das fertige Werk, bereits probegepackt

das fertige Werk, bereits probegepackt

Detail

Detail: erinnert irgendwie an Winnetous Silberbüchse 😉

Nach getaner Arbeit geht’s zum Einkaufen: Packerlsuppen, Nudeln, Reis, Suppenwürfel, Schokolade, Müsliriegel, Teebeutel und was man halt sonst den hunger dreier hungriger Wandersleute stillen könnte. Am untenstehenden Photo ist übrigens nur ein Teil der Lebensmittel abgelichtet, es fehlen z. B. noch Honig und die Berge an Dörrzeugs und Nüssen…

nach dem großen Einkauf

nach dem großen Einkauf

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements